Kinderschmerz
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Nachfolgend werden hier nochmal die schrecklichen Verbrechen an Kindern rekonstruiert. Nicht um bei den unmittelbar Betroffenen erneut Emotionen auszulösen oder bei abartig Veranlagten voyeuritische Gelüste zu befriedigen, sondern um ein Signal gegen das Vergessen zu setzen. Und um zur Vorsicht zu mahnen. Denn letztlich kann ein solches Schicksal jedes Kind treffen.

Das Jahr 1996:

Ulrike Everts: 11.Juli 1996: Die 13jährige Ulrike Everts ist am Küstenkanal bei Jeddeloh, wenige Kilometer westlich von Oldenburg, mit ihrer Ponykutsche unterwegs. Dabei kommt es zu einer unheilvollen Begegnung, ihre letzte Begegnung mit einem Menschen: Ein Mann versucht, sie in ein Auto zu zerren. Ulrike wehrt sich - vergeblich. Dem Mann gelingt es, die 13jährige in den Kofferraum seines Wagens zu sperren. In einem abgelegenen Waldstück zieht er sie aus, prügelt sie und drosselt sie mit einem T-Shirt, um ihren Widerstand zu brechen. Dann vergeht er sich an ihr und erwürgt sie schließlich mit dem Hemd.

Nachdem Ulrike von ihrem Ausflug nicht mehr zurückgekommen ist, lassen ihre Eltern eine der größten privaten Suchaktionen der Geschichte anlaufen. In ganz Europa wird mit Plakaten nach ihr gesucht. Ohne Erfolg. Ulrike bleibt vermisst. Über zwei Jahre. Erst als der Täter erneut einen Kindesmord begeht und überführt wird, gesteht er auch das Verbrechen an Ulrike. Im Ipweger Moor bei Oldenburg werden ihre sterblichen Überreste gefunden, nachdem der Mörder die Polizei zu der Leiche führt. Ronny Rieken, so der Name des Kinderschänders, bleibt jedenfalls noch über 2 Jahre unentdeckt. Bis er erneut skrupellos zuschlägt.

Natalie Astner:20. September 1996: Die siebenjährige Natalie Astner wird auf ihrem Schulweg in der Nähe ihres Heimatdorfs Epfach von dem Kraftfahrzeug-Elektriker Armin Schreiner entführt. Sie bietet ihrem zwanzig Jahre älteren Peiniger 1000 Mark an, damit er sie verschont. Umsonst. Der Mann missbraucht sie, würgt sie und schlägt sie mit dem Kopf solange gegen einen Baum, bis sie bewußt- und regungslos ist. Dann wirft er das nackte und blutende Kind von der Flußbrücke in den Lech, wo es ertrinkt.

Armin Schreiner gesteht im September seine Tat.Er ist kein unbeschriebenes Blatt, einschlägig vorbestraft und 1993 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er versucht hatte, sich an zwei neun- und elfjährigen Mädchen, einer 16jährigen und zwei Frauen zu vergehen. Doch schon 1995 wird der Sexualtäter frühzeitig aus der Landsberger Justizvollzugsanstalt entlassen.

Im Dezember 1997 beginnt vor dem Augsburger Schwurgericht der Prozeß gegen Schreiner. Von ihm schreibt die Presse, dass er ängstlich wirkt, geduckt,kümmerlich. Er spricht mit eintöniger, etwas brüchiger Stimme, erzählt von Depressionen, Enttäuschung, Trauer und von seinem Leid. Davon, daß keine Frau etwas von ihm wissen wollte, er immer wieder zurückgesetzt worden sei. Nach seinem vorformulierten Geständnis verliert Hannes Astner, Natalies Vater, die Nerven. Zwei Gutachter halten den Täter für voll schuldfähig, bezeichnen ihn als "Stark rückfallgefährdet", schließen aber aus, dass er ein krankhafter Pädophiler ist. Die 8. Strafkammer des Augsburger Landgerichts verhängt am 18.12.1997 eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexuellen Missbrauchs und sexueller Nötigung gegen Armin Schreiner.

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Survivor (Überlebende)