20. Oktober 1996: In Brüssel bekunden 275.000 Menschen beim "Weißen Marsch", der größten Demonstration in der Geschichte Belgiens, ihre Solidarität mit den Eltern der entführten Mädchen.
23. April 1998: Dutroux flüchtet bei einem Gerichtstermin in Neufschateau und wird drei Stunden später in einem Wald gefasst.
19. Juni 2000: Ein Gericht in Neufchateau verurteilt Dutroux wegen Straftaten in Zusammenhang mit seiner Flucht zu fünf Jahren Haft.
25. Juni 2002: Ein Gericht in Mons verurteilt Dutroux zu insgesamt fünf Jahren Gefängnis wegen Brandstiftung, Diebstahl und Verdunkelung in einem Fall von Versicherungsbetrug.
30. April 2003: Die Anklagebehörde in Lüttich übergibt das Verfahren gegen Dutroux, Martin und Lelièvre an das zuständige Schwurgericht in Arlon und klagt zur allgemeinen Überraschung auch den Ex-Geschäftsmann Michel Nihoul mit an.
1. März 2004: Prozessbeginn in Arlon.
Fast auf den Tag genau neun Jahre nach dem Beginn seiner Entführungsserie, die vier Mädchen das Leben kostete, verurteilt das Schwurgericht von Arlon den 47-Jährigen Dutroux am Dienstag zu lebenslanger Haft. Seine Ex-Frau Michelle Martin bekam als Mittäterin 30 Jahre Gefängnis. Sein Komplize Lelièvre wurde zu 25 Jahren haft verurteilt. Der vierte Verurteilte, Michel Nilhoul, kam mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren davon. Er war des Handels mit Drogen und Menschen schuldig gesprochen worden, nicht jedoch der Beteiligung an den Entführungen mit Todesfolge, Nihoul galt lange als möglicher Verbindungsmann Dutrouxs zu Kinderschänder-Ringen.
Ich möchte hier den beiden, inzwischen jungen Frauen, Sabine Dardenne und Laetitia Delhez meine Hochachtung, zu dem Mut zur Aussage und sich der Öffentlichkeit erneut zu stellen aussprechen.