Mich erreichte eine Email von einer Mutter, deren Tochter sexuell genötigt und körperlich wie seelisch schwer verletzt worden ist.
Diese Mutter möchte gerne von ihren Erfahrungen berichten und auch Tipps geben.
Ich werde diese Email hier mit ihrer Erlaubnis veröffentlichen. Name der Verfasserin ist mir bekannt.
Hallo Survivor, ich habe Deine Seite kpl. gelesen. Hier schreibt Dir die Mutter einer Betroffenen:
Die Vorgeschichte: Meine Tochter wurde vor ca. 1 Jahr sexuell genötigt und körperlich wie seelisch schwer verletzt. Sie war 15 und hatte vorher keinerlei sexuellen Kontakt und er war ein völlig Unbekannter! Ein Vorschlag: Richte in Deíner Internetseite eine Rubrik ein für Mütter und Väter. Im Normalfall haben die Mädchen mehr Vertrauen zu ihren Müttern als zu Vätern. Als Mutter sollte man sofort merken, dass etwas nicht stimmt. Ich habe es sofort bemerkt, da meine Tochter weit aufgerissene Augen hatte, total verstört, anfangs extrem aggressiv und gleich danach in Tränen ausbrach. Sie brauchte ca. 12 Stunden um mir zu sagen, dass da etwas passiert war womit sie nicht umgehen konnte. Für eine Mutter bricht die Welt zusammen, besonders wenn man ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Tochter hat und auch alles (wirklich alles) miteinander bereden kann.
Ich habe sie gefragt was sie tun möchte. Die erste Antwort war NICHTS, ich schäme mich so. Dann habe ich versucht ihr zu erklären, dass sie nicht schuld ist, was mir aber nicht gelang. Erst als sie mir sagte, dass sie Verletzungen im Genitalbereich hatte, bat ich sie mit mir in die Klinik zu fahren, was sie auch tat, da sie große Schmerzen hatte.
Zum Ablauf in der Klinik. Man sollte wissen, dass es nicht einfach ist dort hinzugehen und sollte seine Tochter begleiten, allerdings nicht bei der Untersuchung. Es wurden sämtliche Untersuchungen vorgenommen, wobei man wissen muss, wenn man die Tat NICHT zur Anzeige bringt, zahlt man die verschiedenen Test SELBST. In der Klinik wurde ihr eindringlich geraten, zur Polizei zu gehen. Das haben wir dann auch am selben Abend getan und das war ein ganz großer Fehler. Man sollte breits in der Klinik darauf hinweisen, dass es besser ist eine Anwältin zur Polizei mitzunehmen.
Zum Ablauf bei der Polizei: Man geht dort hin als Mutter mit einer unwahrscheinlichen Traurigkeit und auch einer maßlosen Wut. Man nimmt an, das ein Protokoll aufgenommen wird und es ist vorbei. SO IST ES NICHT.