Elli
Ich bin heute 31 Jahre alt.
Ich leide an dissoziativer Wahrnehmungsstörung, ambivalenter Anbindung ans Elternhaus, verlorenem Zeitgefühl, posttraumatischem Belastungssyndrom.
Unter Depressionen leide ich momentan nicht mehr.
Im Alter von ca. 11 oder 12 Jahren wurde ich sexuell missbraucht. Nicht vergewaltigt. Zumindest nicht physisch, psychisch schon. Ich kann mich (leider) an den Zeitpunkt nicht mehr genau erinnern. Er hat mir sehr weh getan.....
Bis 2002 hatte ich "es" vergessen.
Damals wollte ich es meiner Mutter sagen. Doch ich schämte mich, denn ich hatte ja auch MITGEMACHT, ich habe dann Abend für Abend darauf GEWARTET!
Ich formulierte es ihr gegenüber so: "Er hat versucht, mich zu küssen. Sollen wir es seiner Frau sagen?" Sie sagte "Nein" Sie hat nie nachgefragt. Bis heute schweigt sie es tot.
(Zur Erklärung: Es war ja auch schwer für mich, die Dinge zu verstehen, zu ordnen! Ich mochte diesen Mann doch! Er hat sich nett mit mir beschäftigt. Schwimmen, Ausfahren usw. Anfangs hat er meinen Rücken gestreichelt. Ich erinnere mich, das als angenehm und warm empfunden zu haben. Ich war noch völlih KIND! Habe mit Puppen gespielt und nicht nach Jungs geguckt, bin auf Bäume geklettert und war am liebsten bei Mama.
Als dann der MB stattfand war nicht mehr viel Zärtlichkeit vorhanden. Er war brutal und zielorientiert. Doch ich wurde bis dato von NIEMANDEN irgendwann schön berührt, wie Mutter oder Vater oder gar ein Freund! Also WOLLTE ich diese Berührungen! Nicht die schlimmen, aber das davor.....
Das hat mich mein auch mein Leben lang begleitet: Wenn ICH ZÄRTLICHKEIT will, muss ich SEX geben. Das ist leider einprogrammiert, immerhin schon erkannt, jedoch noch nicht "geheilt". Und NEIN kann man sagen! Das lerne ich gerade...schmerzlich...denn ich kann es IMMERNOCH nicht richtig.